Bewerbungsschreiben Aufbau: Inhalt, Beispiele & Formulierungen

Während deine Erfahrungen und Kompetenzen im Lebenslauf eher nüchtern aufgelistet werden, sorgt das Bewerbungsschreiben für eine persönlichere Note. Hier erklärst du, was dich auszeichnet und warum das Unternehmen dich kennenlernen sollte. Wie der typische Aufbau des Bewerbungsschreibens ist, was ein Bewerbungsschreiben für Inhalte hat und worauf du achten solltest, wenn du es verfasst – das und mehr erfährst du hier anhand von Tipps und Formulierungsbeispielen.

Muster & Vorlagen für den Aufbau des Bewerbungsschreibens

Bewerbungsanschreiben-Vorlage 13
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 13
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 16
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 16
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 5
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 5
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 9
Bewerbungsanschreiben-Vorlage 9

Alle Muster-Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben und seine Bedeutung

Das Bewerbungsschreiben ist ein essenzieller Bestandteil von Bewerbungen. Es ist aufgebaut wie ein Brief und letztlich ist es auch nichts anderes: Du richtest dich dabei an deine/n Ansprechpartner:in im Unternehmen und erläuterst, warum du motiviert und geeignet für die angestrebte Stelle bist. Die Bedeutung des Bewerbungsschreibens ist hierzulande nach wie vor hoch, auch wenn das Anschreiben wohl künftig zugunsten möglichst schneller und unkomplizierter Bewerbungen weniger wichtig werden wird.

Wenn du ein Bewerbungsschreiben für eine Stelle verfasst, solltest du dir Mühe geben: Sein Inhalt kann deine Chancen entscheidend beeinflussen – in die eine oder andere Richtung. Ein schlechtes Bewerbungsschreiben kann einen überzeugenden Lebenslauf infrage stellen. Umgekehrt kann ein gutes Anschreiben Zweifel beseitigen, die durch den Lebenslauf aufgekommen waren.

Das Bewerbungsschreiben gibt einen Vorgeschmack auf dich als Bewerber:in und Mitarbeiter:in. Wirkt das Bewerbungsschreiben professionell, wirkst auch du professionell. Ist dein Anschreiben fehlerfrei, deutet das auf Gewissenhaftigkeit hin. Ein spannendes Bewerbungsschreiben, das genau den richtigen Ton trifft, lässt dich engagiert wirken.

Je umkämpfter die Stelle ist, um die es dir bei deiner Bewerbung geht, desto wichtiger ist tendenziell das Bewerbungsschreiben. Bei Aushilfsjobs, bei denen keine nennenswerten Qualifikationen gefragt sind, hat das Bewerbungsschreiben hingegen meist eine geringere Bedeutung. Fehlerfrei und gut geschrieben sollte es aber auch in solchen Fällen sein.

Der Inhalt des Bewerbungsanschreibens

Beim Bewerbungsschreiben ist der Inhalt entscheidend. Was gehört ins Bewerbungsschreiben? Grundlegend machst du mit deinem Bewerbungsschreiben deutlich, dass du dich für eine bestimmte Stelle bewirbst. Im Anschreiben stellst du dich als Bewerber:in näher vor. Du erläuterst, was dich auszeichnet und warum du den Job bei genau diesem Unternehmen haben möchtest.

Im Bewerbungsschreiben erklärst du, warum du der/die richtige Kandidat:in für die Position bist. Dazu solltest du beschreiben, was du bisher gemacht hast, denn diese Erfahrungen haben dich auf den angestrebten Job vorbereitet. Relevant sind dabei nicht nur frühere Stellen und nachweisbare Kompetenzen, sondern auch Soft Skills. Zu den typischen Inhalten des Bewerbungsschreibens zählt deshalb auch eine Beschreibung deiner Stärken. Du gehst dazu auf zwei bis drei Soft Skills näher ein und illustrierst sie mit Beispielen.

Viele Arbeitgeber:innen fordern Bewerber:innen dazu auf, ihre Gehaltsvorstellungen und den frühestmöglichen Eintrittstermin in ihrer Bewerbung zu nennen. Dafür ist das Bewerbungsschreiben der richtige Ort. Außerdem gehst du darin auf ein mögliches persönliches Kennenlernen ein und drückst aus, dass du dich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freust.

Bewerbungsschreiben: Aufbau und Gliederung

Beim Bewerbungsanschreiben ist der Aufbau wie bei einem Brief. Für den richtigen Aufbau eines Bewerbungsschreibens gibst du zuerst deine Kontaktdaten und anschließend die des Ansprechpartners oder der Ansprechpartnerin beim Unternehmen an. Du solltest das Bewerbungsschreiben außerdem datieren und den Ort ergänzen. Es braucht auch einen Betreff, der den inhaltlichen Einstieg ins Bewerbungsschreiben markiert.

Nach der Anrede folgt das eigentliche Bewerbungsschreiben. Üblich ist beim Bewerbungsschreiben eine Gliederung in drei Teile: Der erste Absatz ist deine Einleitung. Auf sie folgt der etwas ausführlichere Hauptteil des Anschreibens. Und der Schlussteil komplettiert dein Bewerbungsschreiben. Was genau bei den unterschiedlichen Bestandteilen des Aufbaus von Bewerbungsschreiben wichtig ist, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Ein Tipp: Bei deinem Bewerbungsschreiben sind beim Aufbau Muster und Vorlagen nützlich. Sie geben dir ein besseres Gefühl dafür, wie die Gliederung beim Bewerbungsschreiben ist, welche Abschnitte typisch sind und wie sie klingen könnten. Möglicherweise helfen dir auch unsere kompletten Bewerbungsvorlagen dabei, dir einen Überblick zu verschaffen.

Kontaktdaten, Ort, Datum und Betreff

In den oberen Bereich des Bewerbungsschreibens gehören Angaben zu dir als Absender:in und zum Empfänger/der Empfängerin. Gib dazu zuerst deinen Namen, deine Adresse, eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse an, am besten rechtsbündig. Anschließend folgt linksbündig der Name deines Ansprechpartners/deiner Ansprechpartnerin und die Adresse des Unternehmens.

Eine Zeile tiefer gibst du Ort und Datum an, bevor du deinem Bewerbungsschreiben einen aussagekräftigen Betreff gibst. Darin sollte das Wort „Bewerbung“ vorkommen und du solltest erwähnen, um welchen Job es geht. Wenn die Stellenausschreibung eine Chiffre enthält, gibst du sie ebenfalls an.

So könnte der Betreff zum Beispiel lauten:

  • Bewerbung als Junior Marketing Managerin

Die Einleitung des Bewerbungsschreibens

Die Einleitung des Bewerbungsschreibens beginnt mit der korrekten Anrede des Empfängers/der Empfängerin in einer höflichen Form („Sehr geehrte/r Frau/Herr…“). Anschließend solltest du möglichst lebhaft in dein Anschreiben einsteigen, um das Interesse des Personalers oder der Personalerin zu wecken.

Du kannst dazu zum Beispiel direkt auf deine Stärken zu sprechen kommen oder erklären, warum der Job gut zu dir passt. Verschwende keinen Platz für unnötige Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich“ oder „mit großem Interesse habe ich auf dem Portal XY gesehen, dass Sie eine/n XY suchen“. Dass du dich bewirbst und Interesse hast, ist selbsterklärend – es trotzdem lesen zu müssen, kann bei Personalverantwortlichen schnell Langeweile aufkommen lassen.

Hier ein Beispiel dafür, wie eine Einleitung des Bewerbungsschreibens klingen könnte:

  • Sehr geehrte Frau Müller, Sie wünschen sich einen Mitarbeiter, für den Kundenfreundlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Organisationstalent nicht bloß schöne Worte sind? Dann könnten wir gut zueinander passen.

Der Hauptteil des Bewerbungsschreibens

Nach dem ersten Absatz folgt der Hauptteil des Bewerbungsschreibens. Hier erklärst du, warum du die Stelle haben möchtest und inwiefern du dich als qualifiziert dafür empfindest. Im besten Fall gelingt es dir, einen Bogen von deinen letzten Jobs zum nun angestrebten Job zu spannen. Erkläre, welche Kompetenzen, Erfahrungen und Soft Skills dich auszeichnen. Du solltest auch erklären, warum du zu genau diesem/r Arbeitgeber:in möchtest.

Persönliche Stärken könnten im Hauptteil des Bewerbungsschreibens zum Beispiel so formuliert sein:

  • Dabei profitiere ich von meiner schnellen Auffassungsgabe: In meinen letzten Job als XY konnte ich mich auch ohne formale Ausbildung rasch einarbeiten – mein Chef war begeistert, wie schnell ich eigene Ideen entwickelt und das Team dadurch vorangebracht habe.

Der Schluss des Bewerbungsschreibens

Um einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen, sollte dein Bewerbungsschreiben einen runden Abschluss haben. Im Schlussteil des Anschreibens gehst du auf deine Gehaltsvorstellungen ein und schreibst, ab wann du dem Unternehmen zur Verfügung stehen könntest. Außerdem kommst du auf ein mögliches Vorstellungsgespräch zu sprechen. Zum Schluss folgen noch eine Grußformel und deine Unterschrift.

Ein Beispiel dafür, wie der Schluss des Bewerbungsschreibens formuliert sein könnte:

  • Aufgrund meiner Qualifikationen empfinde ich ein Bruttojahresgehalt von XX.XXX Euro als angemessen. Ein Einstieg bei Ihnen wäre mir ab dem XX.XX.XXXX möglich. Ich freue mich darauf, Sie bei einem Bewerbungsgespräch auch persönlich zu überzeugen und alles Weitere zu besprechen.
    Mit freundlichen Grüßen
    XY

Was zeichnet ein überzeugendes Bewerbungsschreiben aus?

Dass sich viele Bewerber:innen für das Bewerbungsschreiben viel Zeit nehmen, hat einen guten Grund: Je überzeugender das Anschreiben, desto besser stehen deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Was macht ein gutes Bewerbungsschreiben aus? Es sollte einerseits klar strukturiert sein: Je klarer beim Anschreiben der Aufbau ist, desto besser kann sich der/die Leser:in durch den Text navigieren.

Andererseits kommt es natürlich auf den Inhalt an. Dein Bewerbungsschreiben sollte individuell für eine/n bestimmte/n Arbeitgeber:in verfasst sein. Rücke genau die Aspekte in den Vordergrund, die für ein bestimmtes Unternehmen besonders interessant sind. Es geht dabei nicht darum, deinen Lebenslauf minutiös wiederzugeben, sondern das Wichtigste hervorzuheben, was dich für die gewünschte Stelle qualifiziert.

Ein gutes Bewerbungsschreiben löst bei Personalverantwortlichen den Wunsch aus, dich persönlich kennenzulernen. Das gelingt dir am ehesten, wenn dein Anschreiben leicht und spannend zu lesen ist. Dafür sind aktive Formulierungen, kurze Sätze und Verben statt Nomen hilfreich.

In deinem Bewerbungsschreiben solltest du dich selbstbewusst zeigen. Wenn du nicht an dich glaubst, wie soll es dann ein Personalverantwortlicher tun? Je souveräner und professioneller du wirkst, desto besser. Einen professionellen Eindruck machst du nicht zuletzt mit einem fehlerfreien Text, der den aktuellen Gepflogenheiten entspricht.

Diese Fehler solltest du beim Bewerbungsschreiben vermeiden

Damit bei einer Bewerbung dein Anschreiben durch Aufbau, Inhalt und Formulierungen überzeugt, solltest du bestimmte Fehler vermeiden. Mit den folgenden Fehlern kannst du einen positiven Eindruck durch dein Anschreiben schmälern:

  • Muster-Formulierungen aus dem Internet eins zu eins übernehmen. Keine Frage, Muster und Vorlagen sind nützlich, wenn du deine Bewerbung verfasst. Du solltest sie aber als Orientierung nutzen und dich davon inspirieren lassen, ohne sie in exakt derselben Wortwahl selbst zu verwenden. Das klingt womöglich nicht authentisch und kann negativ auffallen, wenn den Personalverantwortlichen deine Sätze bekannt vorkommen.
  • Dasselbe Bewerbungsschreiben an verschieden Arbeitgeber:innen schicken. Klar, es gibt Fälle, in denen ein Bewerbungsschreiben zumindest grob auch zu einer anderen Stelle passt. Wenn du immer dieselben Anschreiben verschickst, vergibst du jedoch Chancen: Nur ein Bewerbungsschreiben, das individuell auf eine/n Arbeitgeber:in zugeschnitten ist, wirkt wirklich überzeugend.
  • Langweilige Formulierungen. Wenn sich dein Text langweilig liest oder schwer zu lesen ist, ist das nicht förderlich für deine Chancen. Vermeide deshalb lange Schachtelsätze, Passivkonstruktionen und den Nominalstil.
  • Zu viele Superlative. Ja, beim Bewerbungsschreiben ist Selbstbewusstsein gefragt, und es spricht auch nichts dagegen, dem Unternehmen deutlich zu machen, wie gerne du dort arbeiten möchtest. Überschwängliche Formulierungen sollten aber glaubwürdig klingen, sonst fühlt sich der/die Personalverantwortliche schnell verschaukelt.
  • Fehler. Fehler jeder Art sind ein No-Go im Bewerbungsschreiben, egal, ob es sich um Rechtschreibfehler, Grammatikfehler oder inhaltliche Fehler handelt.