Einleitung Bewerbungsschreiben: Beispiele & Formulierungen

An den ersten Sätzen des Bewerbungsschreibens feilen viele Bewerber:innen lange. Den richtigen Einstieg zu finden ist oft gar nicht so einfach, zumal der einleitende Satz im Bewerbungsschreiben eine besondere Bedeutung hat. Warum der Einleitungssatz im Bewerbungsschreiben so wichtig ist, was eine gute Formulierung auszeichnet und wie du einen knackigen Einstieg formulierst – hier erfährst du es.

Wie wichtig ist beim Bewerbungsschreiben die Einleitung?

Nach der Lektüre des Lebenslaufs fällt der Blick von Personaler:innen in der Regel auf das Bewerbungsschreiben. Hier erklärt der/die Bewerber:in, was ihn/sie auszeichnet, welche Qualifikationen er/sie mitbringt und warum er/sie motiviert für die Mitarbeit im Unternehmen ist.

Ein gutes Bewerbungsschreiben kann deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch positiv beeinflussen. Das Anschreiben kann zwar mangelnde Erfahrungen und Kenntnisse nicht vollkommen kompensieren. Aber ein überzeugender Text kann durchaus den Ausschlag geben, wenn Unternehmen sich zwischen mehreren ähnlich qualifizierten Bewerber:innen entscheiden müssen.

Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben kann seine Wirkung aber nur entfalten, wenn es auch tatsächlich gelesen wird. Hier kommt die Einleitung des Bewerbungsschreibens ins Spiel: Nur, wenn es dir im Bewerbungsschreiben mit dem Einleitungssatz gelingt, Interesse zu wecken, stehen die Chancen gut, dass der/die Personaler:in dein Anschreiben wirklich durchliest. Sind die ersten Sätze hingegen langweilig oder klingen abgedroschen, wird sich der/die Personalverantwortliche womöglich nicht die Mühe machen, den Rest des Textes zu lesen.

Es gibt also gute Argumente dafür, beim Bewerbungsschreiben ein besonderes Augenmerk auf die Einleitung zu richten. Mit einem knackigen Einleitungssatz des Bewerbungsschreibens wird es wahrscheinlicher, dass deine Bewerbung im Unternehmen gut ankommt.

Das zeichnet einen guten einleitenden Satz im Bewerbungsschreiben aus

Um in deinem Bewerbungsschreiben einen guten Einleitungssatz verfassen zu können, musst du wissen, worauf es dabei ankommt. Eine gute Einleitung ist in der Länge angemessen, was meist bei zwei bis drei knackigen Sätzen der Fall ist. Sie beginnt mit der korrekten Anrede deines Ansprechpartners oder deiner Ansprechpartnerin im Unternehmen, wobei der Name keine Fehler enthalten sollte. Wenn in der Stellenanzeige kein Name genannt wurde, ist die Anrede „sehr geehrte Damen und Herren“ akzeptabel, wobei du dir auch Mühe geben und den Namen in Erfahrung bringen kannst. Manche Unternehmen legen darauf allerdings keinen Wert und schreiben das auch dazu. In diesem Fall reicht die allgemeine Anrede völlig aus.

Inhaltlich ist beim Bewerbungsschreiben die Einleitung dann gut, wenn sie den Geschmack des/r Personalverantwortlichen trifft. Nun kennst du diese Person wahrscheinlich nicht, was das Ganze schwieriger macht. Entscheidend ist aber, dass du mit den einleitenden Sätzen des Anschreibens Interesse weckst und Lust auf mehr machst.

Das geht am ehesten, indem du dich von anderen abhebst und deine Persönlichkeit durchscheinen lässt. Originalität ist Trumpf – je persönlicher und spannender die Einleitung klingt, desto besser kommt sie wahrscheinlich auch an. Eine gute Einleitung des Bewerbungsschreibens kann auch überraschen oder bei Personalverantwortlichen für ein Schmunzeln sorgen. Entscheidend ist, dass du keine 08/15-Formulierungen wählst und dass die Einleitung zu dir, dem Job und dem Unternehmen passt.

Auch die Sprache macht einen Unterschied: Du kannst dieselben Informationen in kurzen Hauptsätzen transportieren oder in langen Schachtelsätzen, die umständlich zu lesen sind. Wetten, dass der/die Personalverantwortliche eher weiterliest, wenn die Einleitung deines Bewerbungsschreibens lebhaft geschrieben und leicht lesbar ist?

Welche Informationen gehören in den ersten Absatz des Bewerbungsschreibens?

Es gibt keine allgemeingültigen Vorgaben dafür, welche Informationen beim Bewerbungsschreiben in den Einleitungssatz und den Rest deiner Einleitung gehören. Du entscheidest selbst, welche Information im Einzelfall am besten geeignet ist, um das Interesse der Entscheidungsträger:innen im Unternehmen zu wecken.

Steige mit deiner Einleitung am besten direkt inhaltlich ein, indem du Informationen vorziehst, die sich ansonsten im Mittelteil deines Bewerbungsschreibens finden würden. Es kann zum Beispiel um deine Motivation für den Job gehen oder darum, warum du in dieses Unternehmen einsteigen möchtest. Du kannst auch beschreiben, was dich auszeichnet und von anderen abhebt – kurzum, worin dein Mehrwert aus Sicht des Unternehmens besteht. Warum bist du der/die richtige Kandidat:in? Je deutlicher schon in der Einleitung wird, dass du zur freien Stelle und dem Unternehmen passt, desto besser ist das für deine Aussichten auf die freie Stelle.

Tipps für die Formulierung der Einleitung des Bewerbungsschreibens

Vielen Bewerber:innen fällt die Einleitung des Bewerbungsschreibens besonders schwer. Das hängt einerseits mit der Bedeutung zusammen, die die ersten Sätze des Anschreibens haben. Andererseits liegt es oft auch daran, dass die Einleitung häufig das Erste ist, was Bewerber:innen beim Bewerbungsschreiben überhaupt verfassen. Die Einleitung als Erstes zu schreiben ist aber nicht immer die beste Idee. Fange lieber mit dem Mittelteil deines Bewerbungsschreibens an, bevor du dich im Anschluss deiner Einleitung widmest. Du bist dann schon mehr im Schreibfluss und weißt schon, welche Informationen im Hauptteil folgen.

Neben einer einfachen, aktiven Sprache mit kurzen Sätzen kommt es beim Bewerbungsschreiben bei der Einleitung vor allem darauf an, deinem Schreiben eine persönliche Note zu geben. Es muss wirklich zu dir passen und deine Formulierungen sollten authentisch klingen. Beispiel-Formulierungen aus dem Internet solltest du deshalb zur Orientierung und als Inspirationsquelle nutzen, aber nicht eins zu eins übernehmen. Das fällt nicht nur womöglich auf, wenn auch andere Bewerber:innen diese Sätze verwenden, sondern kann auch gar nicht hundertprozentig nach dir klingen. Überlege dir deshalb für jede/n Arbeitgeber:in, wie du ihn/sie am besten ansprechen könntest.

Beispiele für die Einleitung des Bewerbungsschreibens

Hier findest du Beispiele dafür, wie bei einem Bewerbungsschreiben der Einleitungssatz formuliert sein könnte.

Beispiel für einen Einleitungssatz mit vorherigem persönlichem Kontakt

  • „Vielen Dank für das freundliche Telefonat vom vergangenen Freitag, das meinen Entschluss, mich bei Ihnen als Sozialpädagogische Assistentin zu bewerben, weiter bestärkt hat. Besonders interessant fand ich Ihre Ausführungen zu X – genau das ist der Bereich, der mich in meiner Arbeit am meisten interessiert.“

Beispiel für einen Einleitungssatz bei einer Initiativbewerbung

  • „Eine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen – davon träume ich schon lange. Nicht nur, weil Sie so einen guten Ruf in der Branche haben, sondern auch, weil ich Ihre Philosophie teile. Mit meiner langjährigen Erfahrung als Controller möchte ich Ihr Controlling-Team gerne verstärken.“

Beispiel für einen Einleitungssatz bei einer internen Bewerbung

  • „Als Mitarbeiter in der IT konnte ich in den vergangenen fünf Jahren wertvolle Erfahrungen sammeln. Mit einem Fernstudium der Wirtschaftsinformatik habe ich mein Wissen und meine Kompetenzen zusätzlich ergänzt und strebe nun die Position als X an.“

Beispiel für einen Einleitungssatz bei einer Bewerbung für ein Praktikum oder eine Ausbildung

  • „Ich liebe es, Zeit mit Kindern zu verbringen. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner kleinen Schwester Saskia, die fünf Jahre alt ist. Mein Berufswunsch steht schon lange fest: Erzieherin. Bei Ihnen möchte ich gerne erste Einblicke in den Berufsalltag von Erzieherinnen und Erziehern erhalten.“

Bewerbungsschreiben Einleitung: Diese Fehler solltest du vermeiden

Damit der einleitende Satz deines Bewerbungsschreibens den bestmöglichen Effekt hat, solltest du bei der Formulierung bestimmte Fehler vermeiden:

  • Bitte keine Standardfloskeln: „Hiermit bewerbe ich mich…“, „mit großem Interesse habe ich gelesen, dass…“ – das sind altbackene Formulierungen, die niemanden vom Hocker hauen. Außerdem sind sie inhaltsleer, weshalb du sie vermeiden solltest.
  • Erkläre nicht, wo du gesehen hast, dass das Unternehmen eine/n X sucht. Das ist irrelevant und verschwendet nur Platz.
  • Vermeide umständliche, verschachtelte Sätze, die den/die Personaler:in sicherlich nicht zum Weiterlesen motivieren. Besser sind kurze, aktive Sätze mit wenig Nomen.
  • Fehler sind ein No-Go: In den ersten Sätzen deines Bewerbungsschreibens fallen sie garantiert noch negativer auf.
  • Bescheidenheit mag sympathisch sein, ist aber beim Bewerbungsschreiben fehl am Platz. Formuliere selbstbewusst und vermeide den Konjunktiv.