Lebenslauf Aufbau: Inhalt, Beispiele & Tipps 2022

Die Bedeutung des Lebenslaufs kann bei einer Bewerbung kaum hoch genutzt eingeschätzt werden. Der Lebenslauf ist meist das erste Dokument, das sich Personaler:innen ansehen. Nur, wer hier überzeugen kann, hat Chancen, in die engere Auswahl genommen zu werden. Dafür ist es wichtig, dass der Lebenslauf richtig aufgebaut ist und alle relevanten Informationen enthält. Wie das geht, erfährst du hier – Schritt für Schritt und zur Veranschaulichung des typischen Lebenslauf-Aufbaus mit vielen Beispielen.

Aufbau Lebenslauf: So ist ein Lebenslauf strukturiert

Der Lebenslauf der Bewerbung zeigt auf einen Blick, was ein/e Bewerber:in bislang gemacht hat. Wo hat er/sie gearbeitet, wo Praktika gemacht, welchen Bildungsabschluss hat er/sie vorzuweisen? Der Lebenslauf verrät es. Er gibt Aufschluss darüber, ob ein/e Bewerber:in die grundlegenden Qualifikationen besitzt, die für eine Stelle relevant sind.

Beim Lebenslauf ist Übersichtlichkeit das A und O. Kein/e Personalverantwortliche:r möchte lange nach Informationen suchen – ein kurzer Scan muss reichen, um die gewünschte Info zu finden. Deshalb kommt dem Aufbau des Lebenslaufs eine besonders wichtige Bedeutung zu. Wie dein Lebenslauf strukturiert ist, entscheidet darüber mit, wie er auf Entscheidungsträger:innen in Unternehmen wirkt.

Ein tabellarischer Lebenslauf-Aufbau ist Standard. Das heißt, dass du deine Qualifikationen stichpunktartig in den Lebenslauf aufnimmst. Links stehen die Zeiträume, rechts beschreibst du deine Erfahrungen. Der Lebenslauf besteht dabei aus verschiedenen Rubriken. Dazu gehören grundlegend:

  • die persönlichen Daten
  • berufliche Erfahrungen (Jobs und Praktika, falls relevant)
  • Bildungsweg
  • besondere Qualifikationen
  • Hobbys und persönliche Interessen (optional)

Es ist möglich, weitere Bereiche zu schaffen – zum Beispiel eine Rubrik nur für Auslandserfahrungen oder Weiterbildungen, wenn du diesbezüglich viel vorzuweisen hast. Grundsätzlich solltest du aber bei Bewerbungen beim oben genannten Aufbau des Lebenslaufs bleiben. Das macht es für Personalverantwortliche leichter, deinen Lebenslauf in kürzester Zeit zu überfliegen und die wichtigsten Informationen herauszufiltern.

Achte beim Verfassen des Lebenslaufs darauf, dass du dich an formale Aspekte hältst. So sollte dein Lebenslauf etwa nicht länger als zwei Seiten sein und ausreichende Seitenränder haben. In seinem Design sollte der Lebenslauf an andere Bestandteile deiner Bewerbung wie das Anschreiben und ein mögliches Deckblatt angepasst sein, damit alles rund wirkt. Professionelle Vorlagen für den Lebenslauf können nützlich sein, um aus der Masse der Bewerber:innen herauszustechen. Bei kreativen Lebensläufen ist allerdings Vorsicht geboten: ein extravagantes Format oder Design kann die Übersichtlichkeit deines Lebenslaufs beeinträchtigen.

Muster & Vorlagen für den Aufbau des Lebenslaufs

Wie ein tabellarischer Lebenslauf inhaltlich gestaltet sein kann und welcher Aufbau beim Lebenslauf typisch ist – unsere Muster und Vorlagen zeigen es dir. Mit unseren Mustern kannst du den Lebenslauf-Aufbau anhand von Beispielen nachvollziehen, außerdem brauchst du dir um die optische Gestaltung deines Lebenslaufs keine Gedanken mehr zu machen. Suche dir einfach eine passende Vorlage für den Aufbau deines Lebenslaufs aus und lade sie dir kostenlos für Word herunter.

Lebenslauf-Vorlage 13
Lebenslauf-Vorlage 13
Lebenslauf-Vorlage 16
Lebenslauf-Vorlage 16
Lebenslauf-Vorlage 5
Lebenslauf-Vorlage 5
Lebenslauf-Vorlage 9
Lebenslauf-Vorlage 9

Alle Lebenslauf-Vorlagen

Lebenslauf richtig aufbauen: Schritt für Schritt zum Inhalt

Der Aufbau eines tabellarischen Lebenslaufs folgt einem bestimmten Schema, an das du dich grundsätzlich halten solltest, wenn du die Inhalte des Lebenslaufs zusammenstellst. In diesem Abschnitt erklären wir dir Schritt für Schritt, in welcher Reihenfolge du die Lebenslauf-Inhalte am besten anordnest und worauf du dabei achten solltest.

Persönliche Daten

Nachdem du deinem Lebenslauf eine Überschrift gegeben hast (etwa schlicht „Lebenslauf“ oder dein Name), bist du bei der ersten Rubrik des Lebenslaufs angelangt – deinen persönlichen Daten. In diese Kategorie gehören die folgenden Daten:

  • dein Vor- und Nachname
  • deine Adresse
  • deine E-Mail-Adresse
  • eine Telefonnummer, unter der du tagsüber erreichbar bist

Freiwillig kannst du auch dein Geburtsdatum und deinen Geburtsort ergänzen. Du musst aber weder deine Staatsangehörigkeit angeben noch deinen Familienstand oder Angaben zu deinen Eltern machen. Angaben zu deiner Konfession gehören nur in den Lebenslauf, wenn du dich bei einem/r kirchlichen Träger:in bewirbst.

Hier ein Beispiel für die persönlichen Daten im Lebenslauf:

  • Sarah Muster
  • Musterstraße 1
    12345 Musterstadt
  • muster@bewerbungsvorlagen.de
  • 0121-11221122
  • geboren am 1.1.1995 in Musterstadt

Bewerbungsfoto: Ja oder nein?

Falls du ein Bewerbungsfoto verwendest, befindet es sich üblicherweise rechts neben deinen persönlichen Daten. Während in Ländern wie den USA oder Großbritannien kein Bewerbungsfoto erwünscht ist, ist es hierzulande in Bewerbungen Standard. Es ist aber deine Entscheidung, ob du ein Bewerbungsfoto nutzen möchtest oder nicht. Dafür spricht, dass du mit einem guten Foto Pluspunkte sammeln kannst – zumindest unterbewusst spielt das Bewerbungsfoto bei der Entscheidung von Personaler:innen wohl immer eine Rolle. Ein Lebenslauf ohne Bewerbungsfoto könnte außerdem Zweifel wecken: Hast du etwas zu verbergen?

Gerade bei Jobs, die dir sehr wichtig sind, ist es meist besser, ein Bewerbungsfoto zu verwenden. Nutze dazu ein hochwertiges Bild von einem Fotostudio, das dich so zeigt, wie du wahrgenommen werden möchtest. Bei Bewerbungen, die dir weniger wichtig sind oder wo das Unternehmen wahrscheinlich geringere Anforderungen hat – etwa an Aushilfskräfte – kannst du aber auch auf das Bewerbungsfoto verzichten.

Berufliche Erfahrungen

Die erste wirkliche inhaltliche Kategorie des Lebenslaufs betrifft deine beruflichen Erfahrungen. Hierzu zählen frühere Jobs, aber auch Nebenjobs und Praktika. Die Angabe von Nebenjobs macht Sinn, wenn sie für den nun angestrebten Job relevant sind oder du Berufseinsteiger:in bist. Dasselbe gilt für Praktika, die mit zunehmender Berufserfahrung weniger wichtig werden.

Bei der Angabe deiner beruflichen Erfahrungen im Lebenslauf solltest du dir überlegen, ob du chronologisch oder antichronologisch vorgehen möchtest. Üblich ist die antichronologische Auflistung, bei der neuere Erfahrungen an vorderer Stelle stehen, beginnend mit dem letzten Job. Wenn du den Fokus auf länger zurückliegende Erfahrungen richten möchtest oder Berufsanfänger:in bist, kannst du aber auch chronologisch vorgehen.

Nenne den Zeitraum in Form von Monat/Jahr bis Monat/Jahr, die Tätigkeitsbezeichnung und das Unternehmen samt Standort. Wichtig ist, dass du bei jeder Erfahrung ergänzt, was du konkret gemacht hast. Gehe dabei stichpunktartig auf die wichtigsten Aspekte ein. Du kannst auch Erfolge nennen.

So könnte eine berufliche Erfahrung im Lebenslauf zum Beispiel beschrieben werden:

  • XX/XXXX – heute: Leiter Einkauf bei der Muster GmbH, Musterstadt
    • Einkauf von Werkstoffen und Komponenten
    • Preis- und Vertragsverhandlungen
    • Bestellungen und Terminüberwachung
    • Rechnungsbearbeitung und Reklamation
    • Optimierung der Abläufe im Einkauf und Qualitätsmanagement

Bildungsweg

Interessant für mögliche Arbeitgeber:innen ist auch, was du gelernt hast. Das betrifft insbesondere deine Ausbildung oder dein Studium. Du kannst außerdem deinen höchsten Schulabschluss nennen, was umso wichtiger ist, je jünger und weniger berufserfahren du bist. Angaben zu früheren Schulen, etwa der Grundschule, sollten aber nicht Inhalt eines Lebenslaufs sein – es sei denn, du bewirbst dich für eine Berufsausbildung oder ein Praktikum als Schüler:in.

Auch hier gilt: Gib den Zeitraum der jeweiligen Erfahrung, die Tätigkeitsbezeichnung, die Ausbildungs- oder Studienrichtung und die Bildungseinrichtung samt Standort an. Weitere Informationen, etwa deine Leistungskurse in der Schule oder den Titel deiner Abschlussarbeit im Studium, solltest du nur dann in den Lebenslauf aufnehmen, wenn es dir sinnvoll erscheint. Noten kannst du nennen, wenn sie gut sind.

Weiterbildungen kannst du ebenfalls in diese Kategorie des Lebenslaufs aufnehmen. Hier gibst du den Zeitraum, die Kursbezeichnung und den/die Anbieter:in, gegebenenfalls auch den Standort an.

Hier ein Beispiel für die Angabe eines Studiums im Lebenslauf:

  • XX/XXXX – XX/XXXX: Studium der Elektrotechnik an der Muster-Universität Musterstadt (Abschlussnote: 2,0)

Und so könntest du deine Ausbildung im Lebenslauf angeben:

  • XX/XXXX – XX/XXXX: Ausbildung zur Justizfachangestellten, Muster-Stelle, Musterstadt

Besondere Qualifikationen

In einen Lebenslauf gehören auch Angaben zu besonderen Qualifikationen. Typische Inhalte dieser Rubrik sind Sprach- und IT-Kenntnisse; du kannst aber auch weitere Kompetenzen angeben, die für den angestrebten Job wichtig sind. Falls Angaben zum Führerschein relevant sind, kannst du sie ebenfalls in diese Lebenslauf-Kategorie aufnehmen.

Achte darauf, dass du deine Angaben nachvollziehbar machst. Gib dazu an, wie gut du eine bestimmte Sprache beherrschst oder wie erfahren du im Umgang mit einer bestimmten Software bist. Du kannst zum Beispiel schreiben, dass du Microsoft Office Word „sehr häufig nutzt“ oder „sehr gute Kenntnisse“ hast. Bei Sprachen sind Einteilungen in Abstufungen üblich, etwa „verhandlungssicher“, „sehr gut“, „gut“ oder „Grundkenntnisse“.

Hier ist ein Beispiel für die Angabe von Sprachkenntnissen im Lebenslauf:

  • Sprachkenntnisse:
    • Englisch (verhandlungssicher)
    • Spanisch (sehr gute Kenntnisse)
    • Italienisch (gute Kenntnisse)

Und so könnte die Angabe deiner IT-Kenntnisse im Lebenslauf klingen:

  • IT-Kenntnisse:
    • MS Office Word (sehr häufige Nutzung)
    • WordPress (häufige Nutzung als Redakteur)
    • MS Office Excel (regelmäßige Nutzung)
    • MS Office PowerPoint (regelmäßige Nutzung)

Hobbys und persönliche Interessen

Bei der letzten Kategorie im Aufbau des Lebenslaufs hast du die Wahl: die Angabe von Hobbys und persönlichen Interessen ist optional. Hier etwas anzugeben, kann Interesse bei den Personalverantwortlichen wecken und deine Eignung für die Stelle unterstreichen – wenn du bei der Auswahl deiner Hobbys durchdacht vorgehst.

Im besten Fall lassen sich aus deinen persönlichen Interessen Soft Skills, Kompetenzen oder bestimmtes Wissen ableiten. Wenn du gerne Schach spielst, deutet das etwa auf gute Planungs- und Analysefähigkeiten, aber auch auf Geduld hin. Oder wenn du im Team Volleyball spielst, kannst du wahrscheinlich gut mit anderen und bist kommunikativ.

Hobbys als Inhalt des Lebenslaufs könnten zum Beispiel so angegeben werden:

  • Persönliche Interessen:
    Rudern, Nähen, Zeichnen

Den Lebenslauf unterschreiben?

Wenn der Inhalt des Lebenslaufs steht, musst du noch entscheiden, ob du das Dokument unterschreiben möchtest. Das ist nicht zwingend nötig, kann aber professionell wirken. Formell dient die Unterschrift als Bestätigung, dass deine Angaben korrekt sind. Die Unterschrift gibt deinem Lebenslauf außerdem eine persönlichere Note.

Falls du deinen Lebenslauf unterschreiben möchtest, tust du das ganz am Ende, und zwar mit Angabe von Ort und Datum, zum Beispiel so:

  • Musterstadt, 23. April XXXX
    (Unterschrift)