Lücken im Lebenslauf: Umgang, Beispiele & Formulierungen

Lücken im Lebenslauf sind bei Bewerber:innen gefürchtet. Viele machen sich Sorgen, dass sie wegen Zeiten ohne Beschäftigung bei Bewerbungen sofort aus dem Rennen sind. Das muss aber nicht der Fall sein. Entscheidend ist, wie du mit den Lücken in deinem Lebenslauf umgehst. Hier geben wir dir Tipps für das richtige Vorgehen, außerdem findest du für die Erwähnung von Lücken im Lebenslauf Muster-Formulierungen und Beispiele.

Lücken im Lebenslauf: Wie schlimm sind sie wirklich?

Die berufliche Laufbahn vieler Menschen verläuft nicht geradlinig. Es kann viele Gründe haben, wenn sich Lücken im Lebenslauf ergeben. Menschen können zum Beispiel längere Zeit krank werden, eine/n Angehörige:n pflegen, sich eine persönliche Auszeit nehmen, den Studiengang wechseln oder eine Ausbildung abbrechen. Sie können auch in Elternzeit gehen, erfolglos versuchen, sich selbstständig zu machen, oder einfach arbeitslos werden – weil sie selbst gekündigt haben oder weil der/die Arbeitgeber:in sie entlassen hat.

Lücken im Lebenslauf durch Krankheit, Kindererziehung oder aus anderen Gründen sind gefürchtet. Die meisten Bewerber:innen haben verinnerlicht, dass Auszeiten vom Job bei vielen Arbeitgeber:innen nicht gut ankommen. Tatsächlich fallen Lücken Personalverantwortlichen auf – und können Fragen aufwerfen. Warum ist die Lücke entstanden? Hat der/die Arbeitgeber:in dem/r Betroffenen gekündigt? Und wenn ja, warum? Und warum hat er/sie nicht schnell einen anderen Job gehabt?

Damit es sich tatsächlich um eine Lücke im Lebenslauf handelt, muss die Pause vom Job etwas länger anhalten – mindestens zwei bis drei Monate. Ob sie das Potenzial dazu hat, die Chancen eines Bewerbers/einer Bewerberin zu schmälern, kommt auf die Umstände an. Eine wichtige Rolle spielen die Qualifikationen des Kandidaten oder der Kandidatin. Wenn der Lebenslauf ansonsten top ist, führt eine Lücke sicherlich nicht zu einer Absage. Auch in bestimmten Umständen sind die meisten Arbeitgeber:innen nachsichtig. So kann es zum Beispiel etwas länger dauern, bis Bewerber:innen nach dem Studienabschluss den ersten Job gefunden haben. Das wissen auch Personaler:innen.

Auch die Länge der Lücke macht einen Unterschied. Wer durch eine Jobpause von 10 Jahren eine Lücke im Lebenslauf hat, fällt eher negativ auf als jemand, der gerade mal ein halbes Jahr nicht gearbeitet hat. Gerade kürzere Lücken im Lebenslauf sind meist kein Ausschlusskriterium, denn sie finden sich in immer mehr Lebensläufen.

Tipps für den Umgang mit Lücken im Lebenslauf

Wie schlimm eine Lücke im Lebenslauf ist, kommt also auf das Gesamtbild an. Ein Lebenslauf voller Pausen und Brüche kann dir eher Steine in den Weg legen als eine einzige Lücke, weil du in Elternzeit warst. Außerdem kommt es darauf an, wie du mit den Lücken in deinem Lebenslauf umgehst. Das entscheidet darüber, wie die Lücke auf Personalverantwortliche wirkt. Offenheit und Ehrlichkeit zahlen sich aus, denn sie schaffen Vertrauen.

Aber wäre es nicht besser, Lücken im Lebenslauf durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit zu kaschieren? Manche Bewerber:innen nutzen dazu zum Beispiel Jahresangaben, statt die Monate einer Beschäftigung dazuzuschreiben. Oder sie bauen ihren Lebenslauf so auf, dass er ohnehin keinem chronologischen (oder antichronologischen) Schema folgt – so geht die Lücke eher unter. Solche Tricks sind riskant: Wenn die Lücke trotzdem auffällt, kann das Misstrauen der Personalverantwortlichen umso größer sein. Man könnte dir unterstellen, dass du etwas zu verbergen hast, und deine Bewerbung gleich viel kritischer sehen. Was du auf gar keinen Fall tun solltest, ist zu lügen. Wenn das auffliegt, brauchst du es bei diesem Unternehmen garantiert nie wieder versuchen. Und selbst wenn du den Job schon hast, kann man dir noch fristlos kündigen.

Am besten ist es, wenn du zeigen kannst, dass du dich in einer Zeit der Arbeitslosigkeit nicht einfach zurückgelehnt hast, sondern aktiv nach einer neuen Beschäftigung gesucht hast. Alles, was dich proaktiv wirken lässt, ist förderlich, um im Lebenslauf Lücken zu füllen. Das gilt besonders für längere Lücken, zum Beispiel wenn du durch eine Arbeitslosigkeit von 5 Jahren eine Lücke im Lebenslauf hast. Vielleicht hast du dich in dieser Zeit weitergebildet, ein Praktikum oder einen Sprachkurs gemacht oder an einem Online-Kurs teilgenommen. Dann solltest du das unbedingt in deinem Lebenslauf angeben.

Lücken im Lebenslauf füllen: Beispiele

Hier sind ein paar Beispiele dafür, wie du Lücken im Lebenslauf füllen kannst:

  • XX/XXXX – XX/XXXX: Online-Kurs zum Thema „Muster-Thema“, Muster-Anbieter
  • XX/XXXX – XX/XXXX: Praktikum im Bereich Beispiel-Bereich, Muster GmbH, Musterstadt
  • XX/XXXX – XX/XXXX: Teilnahme am Kurs „Beispiel-Thema“ an der Volkshochschule Musterstadt

Vielleicht hattest du auch einen Nebenjob und warst damit gar nicht wirklich arbeitslos. Den gibst du natürlich auch in deinem Lebenslauf an, um Lücken sinnvoll zu füllen. Hast du die Zeit genutzt, um dich beruflich neu zu orientieren, ist auch das erwähnenswert. Du kannst damit die Lücken im Lebenslauf erklären, zum Beispiel so:

  • seit XX/XXXX: Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Anstellung im Bereich XY
  • seit XX/XXXX: Berufliche Neuorientierung und Aufnahme eines Fernstudiums der Betriebswirtschaftslehre

Möglicherweise hatte deine Auszeit vom Beruf private Gründe. Du hast zum Beispiel deine Mutter gepflegt oder dich um dein neugeborenes Kind gekümmert. Auch das kannst du im Lebenslauf erwähnen, um die Lücken in deinem Lebenslauf zu erklären. So könnte es zum Beispiel klingen, wenn du eine Lücke im Lebenslauf wegen Kindererziehung oder anderen privaten Beweggründen erläuterst:

  • XX/XXXX – XX/XXXX: Berufliche Auszeit zur Pflege meines Vaters
  • XX/XXXX – XX/XXXX: Elternzeit

Wichtig: Eine kurze Erklärung der Umstände, die zu Lücken im Lebenslauf geführt haben, kann hilfreich sein. Besonders ausschweifend sollten diese Erklärungen aber nicht ausfallen. Du würdest dadurch nur unnötig den Fokus auf deine Pause vom Job richten, statt auf deine Qualifikationen einzugehen.

Tipps für Formulierungen: Vorsicht vor negativ besetzten Wörtern

Oft ist Arbeitslosigkeit der Grund für eine Lücke im Lebenslauf. Besonders in diesem Fall solltest du gut überlegen, welche Worte du wählst, wenn du die Arbeitslosigkeit direkt oder indirekt in deinem Lebenslauf erwähnst. So solltest du besser nicht schreiben, dass du „arbeitslos“ bist. Das klingt so passiv. Aktiver – und damit besser – klingt das Wort „arbeitsuchend“.

Noch besser ist es, wenn du deine Arbeitslosigkeit gar nicht direkt erwähnst. Sie wird ohnehin deutlich, wenn du eine Lücke im Lebenslauf hast. Du kannst auch schreiben, dass du dich in einer bestimmten Phase beruflich neu orientiert hast. So lassen sich auch längere Lücken erklären, zum Beispiel eine 2-Jahre-Lücke im Lebenslauf. Diese Option solltest du aber nur wählen, wenn du dich währenddessen tatsächlich aktiv umorientiert hast.

Wenn du dich hingegen wieder für dieselben Jobs bewirbst, die du früher schon ausgeübt hast, ist eine berufliche Neuorientierung nicht glaubhaft. In diesem Fall findest du besser eine andere Möglichkeit, eine längere Pause wie zum Beispiel eine 3-Jahre-Lücke im Lebenslauf zu beschreiben. Wenn du seit deinem letzten Job nichts anderes gemacht hast – zum Beispiel eine kurzzeitige Aushilfstätigkeit, die Pflege eines Angehörigen oder ein Praktikum – ist es am besten, deine Arbeitslosigkeit im Lebenslauf einfach unkommentiert zu lassen.